Mein FSJ im SLH

Mein FSJ im Schullandheim

Nachdem das Abi endlich geschafft war, wollte ich selbst etwas anpacken und in die Berufswelt hinein schnuppern.
Im Kreisjournal fand ich eine Anzeige, dass junge Leute für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) im Schullandheim gesucht werden. Ich bewarb mich für das SLH Seelingstädt. Hier hatte ich selbst als Grundschüler eine schöne Zeit verbracht. Nach Vorstellungsgespräch und Formalitäten im Landratsamt fieberte dem ersten Arbeitstag entgegen.
Der Alltag im SLH hätte abwechslungsreicher nicht sein können: Basteln, Papierschöpfen, Backen mit den Kindern, Küchenarbeiten, Malern, Arbeiten am Computer, Reinigungsarbeit.... in all diese Aufgabenbereiche wurde ich sofort eingebunden. Nach 12 Jahren Schulbankdrücken musste ich mich total umstellen und meinen Tagesablauf neu organisieren. Die Unterstützung und das Vertrauen des Teams trugen dazu bei, dass ich bald die erste selbständige Veranstaltung und den ersten Spätdienst meisterte.
Ein besonderes Highlight war der Besuch der Messe KINDERKULT in Erfurt, wo ich den Stand des Landesverbandes der Schullandheime in Thüringen e.V. mit betreute. Mir bot sich ein bemerkenswerter Einblick in die Welt der Pädagogik und so lernte ich verschiedenste Vereine, Projekte und Firmen, Kreativität, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft kennen.
Das schönste am Arbeiten im Schullandheim ist der direkte Kontakt zu den Kindern. Ich denke, sie sind offener, zutraulicher und kreativer als in ihren Schulen. Im SLH wird auch Wissen vermittelt, aber anders. Die Kinder lernen mit allen Sinnen, indem sie tun; Fehler und Umwege sind erlaubt. Wanderungen, Spiel und Spaß runden den Aufenthalt ab.                                     

Und wenn mal keine Kinder da sind? Dann wird die Einrichtung verschönert und ergänzt, Veranstaltungen weiterentwickelt, Spiele getestet... Das größte Projekt im letzten Jahr war zusammen mit der Wismut die Entwicklung des Bergbau- Lehrpfades, der demnächst eröffnet wird. In regelmäßigen Abständen besuchte ich Seminare der AWO Thüringen. So bekam ich einen Einblick in Fachrichtungen wie Psychologie, Selbstverteidigung, Film und Fernsehen oder in die Naturpädagogik.
Ich kann wirklich jedem empfehlen, sich nach der Schule nach einem FSJ umzuschauen. Vor allem im pädagogischen und sozialen Bereich gibt es viele Möglichkeiten. Im FSJ übernimmt man Verantwortung, organisiert seinen eigenen Tagesablauf, arbeitet im Team und verdient man sich das erste eigene Geld. Man merkt, welche Tätigkeit einem liegt und welche nicht und entdeckt vielleicht sogar seinen Traumberuf.



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